EpiGARD

EpiGARD ist ein Hautersatz zur temporären Wundabdeckung. Er führt durch Wundreinigung und gleichzeitige Aufrechterhaltung des feuchten Milieus zur optimalen Konditionierung des Wundgrundes für spätere Hauttransplantationen.


EpiGARD ist auch geeignet zur ausschließlichen Behandlung von jeglichen Defektwunden mit ebenem Wundgrund ohne anschließende Hauttransplantation. EpiGARD ist aus einem nichttextilen, zweischichtigen Kunststoffmaterial ohne Zusätze: Die Oberseite besteht aus einer dünnen, mikroporösen Folie. Sie ist luft- und wasserdampfdurchlässig. So kann sich kein Sekretstau bilden, dennoch ist die Wunde vor von außen eindringenden Bakterien oder Flüssigkeiten geschützt.

Die Unterseite bildet eine offene Matrix aus elastisch-weichem Polyurethan. In der feinporösen Struktur haftet das Wundexsudat, das beim Wechsel mit dem nekrotischen Gewebe abgenommen wird. Bereits während der Phase der mechanischen Wundreinigung kommt es zum Einwachsen von Fibroblasten und Gefäßen in das Wundgebiet und den offenen Polyurethanschaum. Im Allgemeinen ist die Wunde bei täglichem Wechsel von EpiGARD innerhalb kurzer Zeit für die spätere Transplantation konditioniert.


​Material

Die Besonderheit von EpiGARD ist das zweischichtige Material, das analog der Mikroanatomie der menschlichen Haut entwickelt wurde.

Die dünne Oberseite aus Teflon (Polytetrafluorethylen) ist luftdurchlässig, verhindert jedoch sowohl das Eindringen von Bakterien als auch den Durchtritt von Sekret.

Die Unterseite bildet eine offene Matrix aus weich-elastischem Polyurethan.

Die den Wunden zugewandte Seite garantiert eine schnelle Reinigung und gute Konditionierung der Wundflächen. EpiGARD ist steril, zum einmaligen Gebrauch.

Wirkweise

EpiGARD haftet schnell und effektiv durch thrombogene Adhäsion und Gerinnung des Exsudates am Wundgrund. Dadurch wird die Wunde schon beim ersten Wechsel von nekrotischem Gewebe und Wundexsudat gereinigt. Bereits während dieser Phase der Wundreinigung wachsen Fibroblasten und Gefäße in das Wundgebiet und den offenporigen Polyurethanschaum.

Somit entsteht nach wenigen Tagen ein gleichmäßiger, gut vaskularisierter Wundrasen, der sekundär gedeckt werden kann.

Abbildung 1: In den Hohlräumen der Polyurethanstruktur haftet das Wundexsudat.

Abbildung 2: Beim Verbandswechsel lässt sich nekrotisches Gewebe und Wundexsudat mit EpiGARD abheben.

Abbildung 3: Nach der Wundreinigungsphase kommt es zum Einwachsen von Fibroblasten und Blutgefäßen, wodurch eine gleichmäßige und gut vaskularisierte Granulation des Wundgrundes gefördert wird.


Anwendung

EpiGARD ist bei den geringsten Anzeichen von Irritation, Infektion oder Flüssigkeitsansammlung zu erneuern.

EpiGARD nicht mit Cremes oder Salben verwenden.

EpiGARD ist geeignet zur offenen Wundbehandlung und zur Vorbereitung eines sekundären Wundverschlusses wie: offene Frakturen mit Weichteilschäden, Weichteilschäden und großflächige Hautdefekte, kontaminierte Wundflächen.

EpiGARD nicht anwenden bei: Wunden mit Taschenbildung, massiven Infektionen mit starker Sekretion und bei Patienten mit eingeschränkter Blutgerinnung.

Abbildung 4: Sorgfältiges Wunddebridement zur Schaffung übersichtlicher Wundverhältnisse.

Abbildung 5: Exaktes Anpassen des Hautersatzes. Genaues Zuschneiden entsprechend der Wundkontur.

Abbildung 6: Verband in leichter Kompression. Regelmäßiger Epigard-Wechsel nach 24 bis 48 Stunden; Kontrolle der Wunde, steriler Verband.

Abbildung 7: Wiederholte Anwendung von Epigard bis zur Erzielung eines transplantationsreifen Granulationsrasens.

Abbildung 8: Definitiver Wundverschluss durch Spalthauttransplantation (Meshgraft) oder verzögerte Primärnaht nach 3 bis 7 Tagen.